Josef Vinzenz Fischer

1729 - 1810

Kurzbiografie

  • Museums on APS: Akademie der bildenden Künste Wien
  • Born: 1729, Schmidham bei Griesbach, Deutschland
  • Art period: – Frühe Neuzeit
  • Died: 1810
  • Lifespan: 81 years
  • Also known as: Vinzenz Fischer Von Erlach
  • Mehr Details anzeigen
  • Nationality: Deutschland
  • Works on APS: 1
  • Top 3 works: Moses Tramples on Pharaoh's Crown
  • Top-ranked work: Moses Tramples on Pharaoh's Crown
  • Copyright status: Public domain

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Was war Josef Vinzenz Fischers primärer Beruf?
Frage 2:
Wo erhielt Fischer seine anfängliche künstlerische Ausbildung?
Frage 3:
In welchem Jahrzehnt wurde Fischer Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien?
Frage 4:
Welche berühmte Kirche wurde Fischer mit der Gestaltung von Fresken beauftragt?
Frage 5:
Mit welcher Kunstbewegung wird Vinzenz Fischer am meisten in Verbindung gebracht?

Josef Vinzenz Fischer (1729 – 1810): Ein Visionär des Barock

Josef Vinzenz Fischer, geboren am 3. April 1729 in Schmidham bei Griesbach, Bayern, ragt als eine monumentale Gestalt in der Landschaft der österreichischen Barockmalerei empor. Seine künstlerische Reise begann mit einer fundierten Ausbildung in Passau, bevor er zwischen 1753 und 1755 eine transformative Reise nach Italien antrat – eine prägende Erfahrung, die ihm eine tiefe Wertschätzung für klassische Ideale einflösterte und sein späteres Lebenswerk zutiefst formte. Nach seiner Rückkehr nach Wien stieg er in den Reihen der Akademie der Bildenden Künste schnell auf und sicherte sich neben seinen künstlerischen Bestrebungen eine Professur für Architektur, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1810 innehatte. Fischers Vermächtnis liegt nicht allein im enormen Umfang seines Schaffens, sondern vor allem in der beständigen Kraft und der stilistischen Raffinesse seiner Gemälde – Werke, die das Publikum weltweit bis heute in ihren Bann ziehen.
  • Frühe Einflüsse: Fischers künstlerisches Empfinden wurde durch die vorherrschende barocke Ästhetik genährt, die insbesondere von Johann Bernhard Fuchs von Schönberg und Giuseppe Cibelli vertreten wurde. Diese Meister vermittelten ihm eine akribische Liebe zum Detail und eine unerschütterliche Hingabe, Emotionen durch dramatische Kompositionen und leuchtende Farbpaletten zu vermitteln.
  • Die Italienische Periode: Seine Reisen nach Italien erwiesen sich als entscheidend, da sie ihn mit der Erhabenheit der römischen Skulptur und Architektur konfrontierten – Einflüsse, die seine späteren Arbeiten durchdringen sollten. Er studierte unter Giovanni Battista Piranesi und absorbierte Techniken zur Erschaffung atmosphärischer Landschaften sowie zur Darstellung komplexer architektonischer Räume.
  • Wiener Akademie & Architektonisches Mäzenatentum: Fischers Ernennung zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste verlieh ihm beträchtliches Prestige und verschaffte ihm Zugang zu einflussreichen Gönnern – darunter Fürst Karl Liechtenstein –, die monumentale Fresken und Altarbilder in Auftrag gaben, welche seinen Ruf als einer der führenden Künstler seiner Zeit festigten.
  • Bemerkenswerte Werke: Biblisches Drama & Wiener Landschaft

    Das künstlerische Schaffen Fischers umfasste ein bemerkenswertes Spektrum an Themen, doch am meisten wird er für seine Darstellungen biblungscher Erzählungen gefeiert – insbesondere für Szenen aus dem Alten Testament –, die mit atemberaubender Theatralik ausgeführt und von tiefer spiritueller Resonanz durchdrungen sind. Zu seinen Meisterwerken zählt „Moses zertritt den Pharaonenkrone“, ein monumentales Fresko, das den Diana-Tempel in Schloss Laxenburg ziert und zeigt, wie Moses triumphierend die Krone des Pharaos zerschmettert – ein Symbol der Unterdrückung, besiegt durch göttliche Gerechtigkeit. Dieses ehrgeizige Unterfangen verdeutlicht Fischers Meisterschaft in Perspektive und Farbenlehre und demonstriert eine beispiellose Fähigkeit, Emotionen und narrative Komplexität zu vermitteln. Ebenso beeindruckend ist „Die Auferweckung des Lazarus“, eine ergreifende Darstellung der wunderbaren Auferstehung Jesu Christi – ausgeführt mit akribischer anatomischer Genauigkeit und in ein ätherisches Licht getaucht. Darüber hinaus brillierte Fischer in der Erfassung der Schönheit Wiener Landschaften – ein Genre, das seine tiefe Verbindung zum österreichischen Habsburg-Hof und dessen Umgebung widerspiegelt. Sein Freskenzyklus für den Stephansdom, der während der Regierungszeit von Franz Joseph I. in Auftrag gegeben wurde, zeigt eine meisterhafte Beherrschung der atmosphärischen Perspektive und der tonalen Abstufung – wodurch immersive Ausblicke entstehen, die die Erhabenheit und Gelassenheit der alpinen Szenerie heraufbeschwören. Die „Heilige Dreifaltigkeit Kirche“ in Litomyšl steht als Zeugnis seiner künstlerischen Vision und technischen Brillanz.

    Vermächtnis & Einfluss

    Josef Vinzenz Fischers Beitrag zur Barockkunst reicht weit über einzelne Meisterwerke hinaus; er schuf einen stilistischen Präzedenzfall, der in den folgenden Generationen österreichischer Maler nachhallte. Seine akribische Detailgenauigkeit, die dramatischen Kompositionen und die leuchtenden Farbpaletten beeinflussten Künstler wie Franz Anton Maulbeer und Johann Georg Altvater tiefgreifend – was ihn zu einem Eckpfeiler des Wiener Kunsterbes machte. Obwohl sein Werk während der Ära der Romantik vor Herausforderungen stand, inspirieren Fischers Gemälde weiterhin durch ihre Ausdruckskraft und technische Brillanz – sie dienen als dauerhafte Symbole barocker Pracht und spiritueller Kontemplation. Sein Einfluss lässt sich in den Werken späterer Künstler wiederfinden, die danach strebten, seine meisterhafte Technik und seine dramatische Vision nachzuahmen.

    Weiterführende Erkundung

    Für ein tieferes Verständnis des künstlerischen Lebens und der Errungenschaften von Josef Vinzenz Fischer empfiehlt sich der Blick in Ressourcen wie das „Bryan's Dictionary of Painters and Engravers (Vol. I)“ sowie in wissenschaftliche Artikel, die in Fachzeitschriften für Kunstgeschichte veröffentlicht wurden – insbesondere jene, die seine Rolle im Kontext des Wiener Barock untersuchen. Die Akademie der Bildenden Künste führt ein umfassendes Archiv, das sein Œuvre dokumentiert und wertvolle Einblicke in seinen künstlerischen Prozess bietet. Das Betrachten von Reproduktionen seiner Gemälde in Museen in ganz Europa bietet die Gelegenheit, die dauerhafte Schönheit und die Ausdruckskraft dieses Visionärs des Barock aus erster Hand zu erleben.