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Arcangelo Ianelli, geboren 1922 in São Paulo, Brasilien, begab sich auf eine lebenslange Reise der künstlerischen Erkundung, die ihn fest als bedeutende Figur innerhalb der brasilianischen abstrakten Kunstszene etablieren sollte. Obwohl er weitgehend Autodidakt war, wurde seine frühe Hingabe an die Zeichnung durch grundlegende Studien der Perspektive an der São Paulo Association of Fine Arts im Jahr 1940 und kurze Anleitung durch Colette Pujol in privaten Malstunden im Jahr 1942 genährt. Es war jedoch eine sechsmonatige Zeit im Atelier von Waldemar da Costa um 1944, die sich als besonders prägend erwies; sie machte ihn mit Künstlern wie Lothar Charoux, Hermelino Fiaminghi und Maria Leontina vertraut – ein Netzwerk von Weggefährten, das seine frühe künstlerische Entwicklung formen sollte. Von Beginn an bewies Ianelli eine tiefe Verpflichtung gegenüber der Technik, selbst während er seinen eigenen, unabhängigen Weg einschlug und die Selbstfindung über starre akademische Zwänge stellte.
Die 1950er Jahre markierten eine entscheidende Phase in Ianellis Karriere durch seine Beteiligung an der Grupo Guanabara. Dieses Kollektiv aus 34 Künstlern – viele von ihnen italienische oder japanische Einwanderer oder deren Nachkommen – bot eine entscheidende Plattform für aufstrebende Talente und förderte ein Umfeld des gemeinsamen Experimentierens. Gemeinsam mit Manabu Mabe, Yoshiya Takaoka und Tikashi Fukushima begann Ianelli, sich von der figurativen Darstellung hin zu den Möglichkeiten der Abstraktion zu bewegen. Seine frühen Werke aus dieser Zeit stellten oft alltägliche Szenen, Stadtlandschaften und Meeresansichten dar, doch selbst innerhalb dieser repräsentativen Formen deutete eine Tendenz zur formalen Synthese und eine zurückhaltende Farbpalette bereits auf seine sich entwickelnde ästhetische Sensibilität hin. Der Übergang geschah nicht abrupt; Gemälde wie „Arvoredo“ und „Casata“, beide aus dem Jahr 1960, zeigen Figuren, die einer geometrischen Vereinfachung unterliegen – ein erster Schritt hin zu den gegenstandslosen Erkundungen, die einen Großteil seines späteren Werkes definieren sollten.
Ianellis künstlerisches Streben war geprägt von einer unermüdlichen Suche nach dem, was er als „das Unverzichtbare“ bezeichnete. Als er tiefer in die Abstraktion eintauchte, wurden seine Leinwände zu Feldern für die Untersuchung der grundlegenden Eigenschaften von Form und Farbe. Die 1960er Jahre brachten Werke wie „Três Forms“ (1963) hervor, bei denen unregelmäßige Rechtecke in gedämpften Tönen auf dunkle Hintergründe gemalt wurden, was die Materialität der Farbe selbst betonte. Diese Erkundung intensivierte sich im Laufe des Jahrzehnts mit der Serie „Grafismos“, in der Ianelli die Leinwände durch eingeritzte Linien verdickte und so taktile Oberflächen schuf, die an Felsformationen erinnerten – ein Zeugnis seines Interesses an natürlichen Texturen und deren Zusammenspiel mit abstrakter Komposition. Er gab die Repräsentation nicht einfach auf; er suchte nach einer tieferen, wesentlicheren Sprache durch rein visuelle Mittel.
Die 1970er Jahre waren Zeugen von Ianellis zunehmender Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion, die Parallelen zum Konkretismus aufwies. Die Kompositionen strukturierten sich um sich wiederholende Formen und regelmäßige Wechsel, wodurch optische Effekte entstanden, die seinen Gemälden ein Gefühl von Bewegung verliehen. Gleichzeitig experimentierte er mit „Transparenzen“, wobei er Tempera einsetzte, um durchscheinende Farbschichten zu schaffen – subtile Überlagerungen von Quadraten und Rechtecken, die Leuchtkraft hervorriefen. Diese Periode markierte eine Verschiebung hin zur Priorisierung des Lichts als zentrales Element seines Werkes. Bis in die 1980er Jahre begann Ianelli, definierte Konturen gänzlich aufzugeben, sodass Farbfelder bis an die Ränder der Leinwand expandierten und dem Betrachter ein immersives Erlebnis boten. Wie die Kuratorin Denise Mattar treffend beobachtet, wurden seine großen Leinwände zu „Feldern der Lichtvibration, in denen die Farbe expandiert... und einen emotionalen Raum schafft, eine Atmosphäre, die den Betrachter mit einer poetischen Emotion erfasst.“
Das Werk von Arcangelo Ianelli steht als Zeugnis für die Kraft beständiger künstlerischer Forschung. Seine Hingabe zur Abstraktion war nicht bloß stilistisch; sie war ein philosophisches Streben – eine Suche nach essenziellen Formen und Farben, die die Grenzen der Darstellung überschritten. Sein Engagement in der Grupo Guanabara half dabei, die Landschaft des brasilianischen Modernismus zu formen und den Dialog sowie das Experimentieren innerhalb einer vielfältigen Gruppe von Künstlern zu fördern. Die Bewahrung seines Erbes durch seine Kinder, Katia und Rubens Ianelli, hat sichergestellt, dass zukünftige Generationen die Tiefe und Nuancierung seines Werkes schätzen können. Ianellis Gemälde resonieren auch heute noch bei den Betrachtern und bieten eine fesselnde Vision der Abstraktion als Mittel, um tiefe emotionale Reaktionen hervorzurufen und das eigentliche Wesen der visuellen Erfahrung zu erforschen. Sein Einfluss erstreckt sich über die Malerei hinaus auf die Bildhauerei und Illustration und festigt seine Position als „wesentlicher Künstler“ innerhalb des reichen Geflechts der brasilianischen Kunstgeschichte.
1922 - 2009 , Brasilien
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