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Margarete Heymann, später bekannt als Margarete Heymann-Löbenstein, Margarete Heymann-Marks und schließlich Grete Marks (10. August 1899 in Köln – 11. November 1990), war eine deutsch-britische Keramikerin jüdischer Herkunft und Bauhausschülerin. Ihr Leben war geprägt von künstlerischer Innovation, den politischen Umwälzungen des frühen 20. Jahrhunderts und dem erzwungenen Exil.
Heymann wurde in Köln geboren und erhielt ihre erste künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Köln und der Akademie für Bildende Künste Düsseldorf. Im November 1920 fand sie ihren Weg an das Bauhaus in Weimar, wo sie zunächst einen Vorbereitungskurs bei Johannes Itten absolvierte und anschließend die Keramikklasse unter Gerhard Marcks besuchte. Ihre Zeit am Bauhaus prägte ihre künstlerische Entwicklung nachhaltig und vermittelte ihr ein tiefes Verständnis für moderne Designprinzipien.
1923 gründete sie mit ihrem ersten Ehemann Gustav Löbenstein die „Haël Werkstätten für Künstlerische Keramik“ in Marwitz. Diese Werkstatt entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Zentrum moderner Keramikkunst, das seine Produkte erfolgreich nach London und Amerika exportierte. Die Haël Werkstätten beschäftigten bis zu 120 Mitarbeiter und produzierten innovative keramische Designs, die durch geometrische Formen, lebendige Farben und experimentelle Texturen gekennzeichnet waren. Die Werkstatt profitierte von der Bauhaus-Ästhetik und trug zur Verbreitung des modernen Designs in Deutschland bei.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Gustav Löbenstein 1928 führte Heymann die Werkstatt weiterhin erfolgreich. Die zunehmende politische Instabilität und die Machtergreifung der Nationalsozialisten führten jedoch zu einer dramatischen Zäsur. Die Haël Werkstätten litten unter den wirtschaftlichen Folgen der Weltwirtschaftskrise und wurden schließlich 1933 von den Nazis zwangsverkauft, weit unter ihrem Wert. Heymann floh zunächst nach Palästina, bevor sie 1936 nach Großbritannien emigrierte.
In Großbritannien setzte Heymann ihre künstlerische Tätigkeit fort und wurde als "Greta Pottery" bekannt. Sie unterrichtete an der Burslem School of Art und arbeitete kurzzeitig für die renommierte Minton Pottery. Obwohl sie in England nicht den gleichen kommerziellen Erfolg wie in Deutschland erlebte, widmete sie sich weiterhin der Keramik und begann, verstärkt zu malen, zeichnen und Lithographien zu erstellen. Ihre Werke aus dieser Zeit zeugen von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit modernen Kunstströmungen und einem starken Ausdruck ihrer persönlichen Erfahrungen.
Margarete Heymanns Werk ist von großer historischer Bedeutung. Sie war eine Pionierin der modernen Keramikkunst und trug maßgeblich zur Verbreitung des Bauhaus-Stils bei. Ihr Leben als Künstlerin im Exil spiegelt die Erfahrungen vieler jüdischer Künstler wider, die vor dem Nationalsozialismus flohen. Heute werden ihre Werke zunehmend gewürdigt und in Museen und Galerien ausgestellt. Ihre Keramiken sind begehrte Sammlerstücke, die nicht nur ihren künstlerischen Wert, sondern auch die bewegte Geschichte ihres Schaffens zeugen.
Ihre besten Arbeiten stammen aus ihrer deutschen Arbeitszeit, einer Zeit der Innovation und des kreativen Aufschwungs, bevor das Exil ihr Leben und ihre Kunst nachhaltig veränderte.
1899 - 1990 , Deutschland
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