Acryl auf Leinwand
Wandkunst
Surrealistische Abstraktion
1946
Zeitgenössische Kunst
221.0 x 457.0 cm
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Roberto Mattas „Being With“ (1946) ist nicht bloß ein Gemälde; es ist ein Eintauchen in die zerbrochene, traumartige Landschaft des Unterbewusstseins. Entstanden während seiner prägenden Jahre in New York City – einer Epoche, die tief von den Ängsten und Transformationen nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt war – pulsiert diese monumentale Leinwand mit einer kraftvollen Mischung aus surrealistischer Bildsprache, architektonischer Verzerrung und beunruhigenden menschlichen Formen. Matta, ein chilenischer Künstler, der die Strömungen der europäischen Avantgarde durchlief, bevor er sich als Schlüsselfigur des amerikanischen Abstrakten Expressionismus etablierte, schuf ein Werk, das unmittelbar die gesellschaftliche Unruhe jener Zeit anspricht und die Essenz des „Seins“ in einer Welt reflektiert, die mit tiefgreifendem Wandel ringt.
Die unmittelbare Wirkung des Gemäldes ist geprägt von überwältigender Komplexität und Desorientierung. Eine dichte, labyrinthartige Struktur dominiert die Komposition – eine chaotische Ansammlung von hoch aufragenden Gebäuden, Brücken und fragmentierten Wänden, die den Betrachter gleichermaßen einzuschließen und abzustoßen scheinen. Dies sind keine wiedererkennbaren architektonischen Formen; vielmehr sind sie verzerrt, gelängt und auf eine Weise miteinander verwoben, die an die unmöglichen Geometrien Escher erinnert. Matta nutzt die Perspektive meisterhaft, um eine Illusion von Tiefe zu erzeugen, die uns in diese klaustrophobische Welt zieht, in der Proportionen entstellt sind und räumliche Beziehungen jeder Logik spottet. Die gelbe Wand dient dabei als karger Hintergrund, der das Gefühl der Beklemmung verstärkt und die darin befindlichen Figuren hervorheuchtet.
Die durch die Szene verstreuten menschenähnlichen Gestalten sind in einem bewusst zweideutigen Stil dargestellt – oft teilweise verborgen, verzerrt oder in beunruhigende, fast ritualisierte Interaktionen verwickelt. Dies sind keine Porträts; sie repräsentieren archetypische Ängste über menschliche Verbindung, Isolation und vielleicht sogar den Verlust der Identität in einer sich rasant verändernden Welt. Ihre Positionen deuten auf einen Kampf um Selbstbestimmung inmitten dieses überwältigenden architektonischen Labyrinths hin.
Mattas Werk aus der Mitte bis zum Ende der 1940er Jahre, kollektiv als „soziale Morphologien“ bekannt, stellt einen bedeutenden Wandel in seinem künstlerischen Ansatz dar. Er bewegte sich über rein persönliche Erkundungen des Unterbewusstseins hinaus, um breitere gesellschaftliche Anliegen zu thematisieren – insbesondere die psychologischen Auswirkungen des Krieges und die Ängste angesichts des Aufstiegs der Moderne. „Being With“ verkörpert diesen Wandel perfekt; es ist nicht nur eine Traumlandschaft, sondern eine visuelle Metapher für das kollektive Trauma der Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Auseinandersetzung mit dem Surrealismus lieferte ihm die Werkzeuge, um diese komplexen Emotionen durch symbolische Bilder und verzerrte Formen auszudrücken, während sein architektonischer Hintergrund die komplizierte Struktur des Gemäldes prägte.
„Being With“ ist zutiefst verstörend und doch unbestreitbar fesselnd. Es beschwört ein Gefühl von Klaustrophobie, Desorientierung und vielleicht sogar Grauen herauf – ein Spiegelbild des psychischen Zustands einer Welt, die von Konflikten und Ungewissheit erschüttert wird. Doch inmitten dieser Dunkelheit liegt auch eine seltsame Schönheit in der Komplexität des Gemäldes und seiner Erforschung der menschlichen Existenz. Die lebendigen Farben, kombiniert mit Mattas meisterhaftem Einsatz von Linie und Textur, schaffen ein dynamisches visuelles Erlebnis, das zu wiederholter Betrachtung einlädt. Es ist ein Werk, das noch lange nach dem Betrachten im Gedächtnis bleibt und den Betrachter dazu drängt, sich den eigenen Ängsten über die Existenz und die Natur der Realität zu stellen. Reproduktionen können nur einen Bruchteil dieser gewaltigen emotionalen Tiefe einfangen.
Roberto Sebastián Antonio Matta Echaurren, bekannt als Roberto Matta, war ein chilenischer Maler und Architekt, der den abstrakten Expressionismus und die surrealistische Kunst maßgeblich beeinflusste. Sein Weg vom Architekturstudenten zum einflussreichen Künstler spiegelt eine tiefgreifende Erforschung des Unterbewusstseins und eine einzigartige künstlerische Vision wider.
1911 - 2002 , Chile
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